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Arbeitsgruppe Würzburg erstattet Anzeige: Verurteilung für Würzburger Schafquäler Ein Würzburger Geschäftsmann hält auf einer Weide in Hettstadt bei Würzburg gut 60 Schafe unter erbärmlichen Bedingungen. Die Tiere geben ein Bild des Jammers ab. Zur Hälfte ältere Schafe, viele Lämmer zwischen sieben Tagen und zwei Monaten, mit Nylonschnüren (die zum Teil eingewachsen waren) zusammengebundene Hinterläufe (zwei Schafe waren so gefesselt, dass sie nur hinken konnten), abgeschnürte Schwänze bei den Jungtieren (Gummiring an der Schwanzwurzel). Schutzlos und ohne Futter (von ungenießbarem, vergammeltem Heu abgesehen) und Wasser vegetieren die Schafe in der Sommerhitze vor sich hin. Wir wurden durch Spaziergänger informiert und kümmern uns sofort darum.
Am 3. April machen wir uns gegen Mittag zu der Weide auf, versorgen die Tiere nach Rücksprache mit der Polizei, die wir, genauso wie den Amtsveterinär, informiert hatten, erst einmal mit Wasser, das sie gierig trinken, und geben ihnen Futter. Der 47-jährige Schafhalter wird informiert, doch es ändert sich nichts. Der Zaun des Gatters ist weiterhin nicht ausbruchsicher (einige Tiere entschlüpfen und bleiben in der Nähe, kehren dann wieder in die Begrenzung zurück). Bei zwei Tieren ist trockener Husten zu bemerken.
Wir sind am 24. April erneut vor Ort und füllen die 3 leeren Wassertröge ein weiteres Mal. Die Nylonschnüre schneiden den Tieren noch immer ins Fleisch. Ein Schaf hat sich in einem Knäuel von Schnüren verfangen und muss befreit werden. Die losen Plastikplanen sind als Wetter- und Sonnenschutz nicht ausreichend. Rostige, spitze Metallteile am Gatter stehen ab und können die Tiere verletzen. Das Heu ist wieder schwarzbraun, schimmlig und feucht. Zwei Alttiere weisen erhebliche Augenverletzungen auf. Mehrere Tiere husten und zwei haben einen eitrigen Nasenausfluss, teilweise blutig.
Von all dem werden erneut Bilder mit einer Digitalkamera gemacht, auch eine Videosequenz findet sich darunter. Da wir diese eklatanten Missstände, für die der Tierquäler bereits beim Veterinäramt bekannt ist, nicht vor der Öffentlichkeit verstecken möchten, schalten wir die Presse ein und es gelingt uns, einen Beitrag in dem Sat 1 Lokalnachrichtenformat "Sat 1, 17:30 - live für Bayern" zu bekommen, bei dem die Leiden der Schafherde gezeigt werden und unsere Pressesprecherin Susanne Pfeuffer zu Wort kommt.
Der Geschäftsmann erhält einen Strafbefehl des Würzburger Amtsgerichts, in dem er wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 4 500 Euro verurteilt wird. Er hat zunächst Einspruch eingelegt, diesen aber später zurückgezogen, womit die Verurteilung rechtskräftig wird. Bereits ein Jahr zuvor war er den Veterinären aufgrund der schlechten Schafhaltung aufgefallen, doch deren Belehrungen stießen bei ihm auf taube Ohren. Für uns ist die Geldstrafe und der Fernsehbericht ein Erfolg, auch wenn wir leider kein Tierhaltungsverbot erreicht haben.
Von den Schafen fehlt mittlerweile jede Spur, sofort nach dem TV Beitrag werden sie vom Besitzer an einen anderen Ort gebracht. Weder die Amtsveterinäre noch die Polizei können über ihren Verbleib Auskunft geben.
Verwahrloste Schafe brauchen Hilfe - Main-Post vom 08.04.2005 (180 kb)
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