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16.12.05 - Vortrag des Buchautors Thomas Winter zum Thema "Jagd - Naturschutz oder Blutsport?"

"Unterfrankens Jäger und Förster haben im vergangenen Jagdjahr mit 19 450 Wildschweinen die bisher höchste Strecke erzielt" und "Bayernweit waren es 54 248 Tiere oder knapp 30% mehr als 2003/2004" ist in der Würzburger Zeitung "Mainpost" zu lesen.

Dass das Thema Jagd ein äußerst wichtiges Tierrechtsthema ist, zeigt dieser traurige Abschussrekord. Grund für uns, näher auf das Thema einzugehen. Hierzu laden wir am 16. Dezember 2005 den Buchautor Thomas Winter ein, der vor etwa 40 Interessierten über sein Buch "Jagd - Naturschutz oder Blutsport" (erhältlich im Winter Buchverlag für 19,90 Euro, ISBN 3000122192, www. winter-buchverlag.de) referiert. Das Hauptaugenmerk seines 90-minütigen Vortrags liegt dabei auf folgenden Themen: Der Bekämpfung von Beutegreifern, Schalenwild (Rehe und Wildschweine) und der Jagd auf Haustiere. Mit Hilfe von Grafiken und Bildern stellt der 24-jährige, der in Passau "Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien" mit fachlichem Schwerpunkt Politologie und Kulturraumschwerpunkt Ostmitteleuropa studiert, äußerst anschaulich die komplexe Problematik dar. Er erklärt, dass Beutegreifer ihre Beutearten nicht ausrotten, weil sie sich sonst selbst ihrer Nahrungsgrundlage entziehen und aussterben würden. Zudem sind die meisten Beutegreiferarten sogenannte "Generalisten", wie z.B. der Fuchs. Auf seinem Speiseplan stehen Mäuse, Regenwürmer, Hasen, Rebhühner, aber auch Beeren. Es ist also der Mensch, der die Bestände dezimiert. Es sind nicht etwa Beutegreifer, denn Beutetiere sichern ihren Fortbestand durch hohe Nachwuchszahlen.

Sehr emotional geht es beim Thema "Haustierabschüsse" zu. Wie hoch die Zahl der getöteten Haustiere ist, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen, die grüne Landtagsfraktion rechnet im Sommer 1995 vor, daß in Deutschland jährlich etwa 35.000 Hunde und 350.000 Katzen durch Jäger zu Tode kommen. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher ausfallen. Eine Katze gelte bereits dann als wildernd, sobald sie je nach Bundesland 200 oder 300 Meter vom nächsten Haus entfernt sei, ganz egal, ob sie Wild hinterher jage oder nicht.

In der anschließenden Diskussion werden die Fragen des Publikums, vor allem bezüglich der Haustierproblematik, beantwortet und es zeigt sich, dass unter allen Versammelten gerade mal zwei Jägerinnen (sie befinden sich in der Ausbildung) sind...wo wir doch gerne mehr Jägern bewiesen hätten, wie fadenscheinig und unhaltbar ihre Argumente sind... Für die Zuhörer ist sowohl der Vortrag als auch die teils hitzige Debatte sehr aufschlussreich und informativ und der ein oder andere betrachtet nachdenklich die Fotos und Infotafeln an der Wand, sowie die Sammlung von verschiedenen, teils verbotenen Fallen, die zur Veranschaulichung aufgebaut sind.

Allen, die den gelungenen Abend verpasst haben, sei das Buch des Tierrechtlers Thomas Winter ans Herz gelegt. Nach dieser Lektüre braucht man vor keiner Diskussion mit Jägern zurückzuschrecken. Denn wie Thomas Winter in seinem Buch treffend schreibt: "Die Jagd hat in einer modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts keinen Platz mehr".